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Es laesst sich Keiner blicken

Ist halt noch Winter…

Es ist der 31.03.2013 – Ostersonntag.

Nachdem ich mir den Schlaf aus den Augen gerieben habe, schaue ich mich im Zelt um und versuche durch die von innen mit leichtem Eis bezogenen Fenster zu schauen. Der See liegt vor mir – grau in grau. Ich öffne den Schlafsack, drehe die Gasflasche auf und starte die Thermix. Langsam wird es warm.

Ich öffne den Reisverschluss des Schlafsacks, setze mich auf die Liege und lasse bei einem leckeren 3 in 1 Kaffee die letzten 24 Stunden Revue passieren. Sehr viel Mühe habe ich mir gegeben bei der Stellenwahl, Ideenreichtum bei der Köderpräsentation gezeigt. Kein Pieper hat die Stille der kalten Nacht durchbrochen. Ich öffne das Zelt, trete heraus, schaue auf meine Rutenspitzen und erkenne darunter Randeis. Ein wenig angefressen, fange ich an meine Ausrüstung zu sortieren und geordnet ins Auto zu packen. Ich starte den Motor und begebe mich auf die kurze Heimfahrt. Der Blick auf die Außentemperaturanzeige meines Autos zeigt minus 5 Grad an. Ich erinnere mich – letztes Jahr am Ostersonntag habe ich mir die Oberschenkel beim Sonnenbaden verbrannt und konnte die neue Angelsaison mit einem wahren Traumschuppi begrüßen. Naja kann ja nicht jedes Jahr so gut starten und außerdem ist ja noch gefühlter Winter.

Frostiger Morgen

Parallel zu den familiären Verpflichtungen an den Ostertagen durchforste ich immer wieder das Internet und sehe bereits die ersten Fangfotos von Freunden und Bekannten. Nun steht erstmal eine anstrengende Arbeitswoche bevor. An Fischen nicht zu denken. Aber das nächste Wochenende naht und diesmal soll es zu einem Freund an einen kleinen See ins Sauerland gehen. Mehrfach am Tag aktualisiere ich die Wetter-App des Handys und die langsam steigenden Temperaturen ergeben in Kombination mit der Gewässerauswahl des kleinen Sees ein gutes Bauchgefühl. Am Samstagmorgen starte ich voller Euphorie in den Tag. Dann der Rückschlag beim Blick aus dem Fenster: Regen oder doch Schnee?? Oder Schneeregen??

Schneetreiben bei der SpotsucheEigentlich BoilieanglerSpieglein Spieglein

Naja, wie sagt man doch so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt! Ich packe mein Tackle ins Auto, starte in Richtung Supermarkt um mich mit Grillgut einzudecken und fahre weiter in Richtung Südosten. Nach dreiviertelstündiger Fahrt, begleitet von schlechtem Wetter, erreiche ich das Gewässer und werde von meinem Freund mit den Worten begrüßt „Gott sei Dank wurden die Uhren umgestellt, dann können wir eine Stunde länger bei Schneefall fischen“. ‘Haha‘ denke ich mir, freue mich aber trotzdem, da zu sein. Mein Freund, der mir bereits am Vortag angereist ist, berichtet dass die letzte Nacht von Brassen-Terror und eisiger Kälte geprägt war und er sich bereits heute Morgen, vor meiner Ankunft, zu einem Umzug in einen anderen Gewässerabschnitt entschieden hat. Obwohl ich an neuen Gewässern normalerweise als erstes mit der Spotsuche beginne, entscheide ich mich aufgrund der Witterung dieses Mal erst für den Zeltaufbau. Danach nutze ich das Boot meines Freundes, was sich bereits startklar an meinem Swim befindet. Die erste montierte Rute, mit einem auffälligen Schneemann als Köder bestückt, findet schnell einen Platz in einer windgeschützten Bucht. Über dem Spot verteile ich etwas helles Groundbait gemischt mit Maden und Mais.

Nicht mit Reizen geizen

Die zweite Rute ist für einen der tieferen Gewässerabschnitte bestimmt und soll mit einem auffälligen Popup bestückt die Fische zum Anbiss verführen. Das letzte, mir zur Verfügung stehende Eisen, findet seinen Platz in sehr flachem Wasser. Auf ca. 1 m Wassertiefe kommt ebenfalls ein Popup in Dumbleform in einer Signalfarbe zum Einsatz. Etwas Boilieteig, um ein Feeding Lead geknetet, soll dort für die Aufmerksamkeit der Unterwasserwelt sorgen.

Mein Freund und ich verkriechen uns bei laufender Zeltheizung in mein Zelt und schnell ist der Grill vorm Zelt ebenfalls auf Betriebstemperatur. Wir lassen es uns mit leckerem Essen und zwei Bier von der ortsansässigen Brauerei gut gehen. Obwohl es schon spätnachmittag ist, haue ich mich noch für ein Stündchen in den Schlafsack. Am Abend sitzen wir bis spät in die Nacht zusammen, unterhalten uns über die kommende Saison, schmieden Pläne und werden von einer ganzen Menge  Leuten besucht, die immer wieder mal vorbeischauen, wenn wir in der Region fischen. Als wir in unseren Zelten verschwunden sind, fallen die Temperaturen wieder deutlich unter den Gefrierpunkt. Die Stille der kalten Nacht wird durch ein paar vereinzelte Pieper durchbrochen, die mich immer wieder hochschrecken lassen. Am Morgen werde ich durch die aufgehende Sonne geweckt. Ja – die Sonne! Der Blick aus dem Zelt bestätigt meine Vermutung dass der See wieder zu Teilen zugefroren ist.  Wir genießen die wärmenden Strahlen und frühstücken mit Kaffee und leckeren Brötchen, bis wir uns gegen Mittag ans Verpacken des Tackles machen. Die Vormittagsonne hat alles vom Raureif befeit. Kurz vorm Einholen der letzten Rute kommt Bewegung in die Sache und der Siren Bissanzeiger gibt ein paar Töne von sich. Aufgeschreckt stehe ich neben der Rute, beobachte Schnur und Spitze….

Nichts, keine weitere Bewegung!

Es hat nicht sollen sein und auf der Heimfahrt sage ich mir…..ist halt noch Winter – letztes Jahr, hatte es mit einem Fisch auf Anhieb geklappt!

Im letzten Jahr hatte es auf Anhieb geklappt

Datum
15. April 2013
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